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Anthony Burgess: Uhrwerk Orange

2. April, 2008

Wirklich ein malenki skorri Roman, der einem einen Tollschock ins Litso gibt und den Gulliver buh hu hu machen lässt…
So oder so ähnlich würde der Ich-Erzähler Alex wahrscheinlich dieses Buch beschreiben, denn er bedient sich seiner eigenen Jugendsprache, die deutliche Einflüsse aus dem slawischen aufweist. Heute würde man wohl zur sogenannten “Kanak-Sprak” greifen, um einen ähnlichen Effekt zu erzielen.

Zum Inhalt: Der 19-jährige Alex erzählt (eben in seinem Jargon), was er in den letzten zwei Jahren erlebt hat. Es fängt an mit seiner Bande, mit der er nachts durch die Straßen zieht und Leute willenlos halbtot schlägt, Läden ausraubt, Frauen vergewaltigt und Schule schwänzt; es geht weiter mit der Zeit, die er nach einem Einbruch im Gefängnis zubringt und endet dann fast schon in einer Abart von Happy End.

Ein wirklich aufkratzender Roman, der ungehemmt die Brutalitäten der Jungs schildert, und das Perverse an der Sache: man kann sich wirklich gut in Alex’ Lage hineinversetzen. Eben diese Umstände haben wohl Stanley Kubrick veranlasst, das Buch zu verfilmen. Das Ergebnis ist dabei der Vorlage mehr als nur ebenbürtig: Kubrick schafft durch seine einmalige, fast schon theaterreife Umsetzung, kombiniert mit der im Buch erwähnten Musik von Beethoven, ein neues Kunstwerk, das mit Recht in den Kanon der größten Werke gehört.

Übrigens handelt auch der Song “Hier kommt Alex” von den Toten Hosen von diesem Buch, was man auch schon am Albumtitel erkennt: mit “Horrorschau” bezeichnet Alex nämlich seine nächtlichen Eskapaden. Auch dient als Album-Intro die 9. Symphonie “vom alten Ludwig van”, die Alex besonders gern hört.

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