
Ken Follett: Die Brücken der Freiheit
2. April, 2008Gleich vorweg: Der Roman ist zwar nur halb so umfangreich wie “Die Säulen der Erde”, dafür aber doppelt so spannend!
Die Geschichte beginnt diesmal um 1767 in Schottland und umfasst auch nur 2-3 Jahre; außerdem gibt es keine detaillierten Beschreibungen von Kirchen und deren Bau. Dadurch kommen Tempo und Spannung zustande und man begleitet die Charaktere von einem Abenteuer ins Nächste.
Hauptfigur ist ein Kohlebergwerkarbeiter namens Malachi McAsh, Mack genannt, der von der Freiheit träumt. Tatsächlich flieht er auch nach London, wo er aus dem Staunen nicht mehr herauskommt. Doch seine freiheitlichen Ideale führen zwangsläufig zu einer Menge Konflikte mit den Aristokraten, wie z.B. Jay Jamisson, sein ehemaliger Besitzer. Wie schon in “Säulen der Erde” gibt es auch hier viele Parallelhandlungen, so wie das Paar Jay und Lizzie, die auch heiraten. Anfangs scheinen sie gut zusammenzupassen, doch im Laufe der Geschichte wird deutlich, dass sie eigentlich grundverschieden sind. Also gibt es auch hier genug Stoff für Konflikte, die sich dann auch zuspitzen. Schließlich spielt noch Jays Familie eine wichtige Rolle: sein Bruder Robert, der ihm das Leben schwer macht, sowie sein Vater Sir George, der ihn sein Leben lang schlecht behandelt, da Jay “nur” der Sohn seiner zweiten Frau ist.
Man sieht also, dass es hier in allen Konstellationen Zündstoff gibt, den Follett wieder einmal brillant einzusetzen weiß. Wie schon bei “Säulen der Erde” wird die Spannung stets aufrecht erhalten, da man nie weiß, was die “Bösen” als nächstes im Schilde führen. Selbst fünf Seiten vor dem Ende wusste ich noch nicht, wie die Geschichte ausgehen wird.
Auch hervorheben sollte man Folletts fantasiereiche Beschreibungen erotischer Szenen, wie ich sie sonst bei keinem anderen gefunden habe. Er weiß definitiv, was man(n) lesen will! Nett sind außerdem auch die kleinen historischen Nebenfiguren; so trifft Jay beispielsweise auf einen jungen Mann namens George Washington, den er aber aufgrund seiner rebellischen Einstellung hasst, ist er doch selbst eifriger Verfechter der englischen Krone.
Fazit: Das Buch hat mich stets die halbe Nacht wachgehalten, da ich es einfach nicht fertigbrachte, es aus der Hand zu legen. Das schafft nicht jedes Buch bei mir!