
Ken Follett: Die Säulen der Erde
2. April, 2008Wie kam ich zu dem Buch? Aus drei Gründen: 1. meine Mutter hat’s gelesen; 2. ein Freund von mir auch; 3. es lag in der Bücherei für 50 Cent zum Verkauf. Soviel also dazu.
Der Schinken umfasst ganze 1151 Seiten, für meine Verhältnisse hab ich ihn aber sehr schnell gelesen, was vor allem daran liegt, dass es sich um einen erstklassigen, spannenden Roman handelt. Der Buchrücken verrät leider nicht viel über den Inhalt; man gewinnt den Eindruck, es handle sich um ein langweiliges Buch, das sich nur mit dem Bau einer Kirche befasst. Kennt man allerdings das Buch, weiß man, weshalb der Buchrücken nicht viel hergibt: Die Story ist dermaßen komplex, vielschichtig und spannend, dass man sie einfach nicht zusammenfassen kann. Allein schon die Tatsache, dass das Buch eine Zeitspanne von 50 Jahren (1123 bis 1173) umfasst macht das deutlich. Trotzdem will ich aber versuchen, zumindest einen kleinen Einblick in die vielen Parallelgeschichten dieses Romans zu bieten.
Im Prinzip dreht sich tatsächlich alles um den Bau einer Kathedrale in einem englischen Dorf namens Kingbridge. Man erfährt, wie Philip dort Prior des Klosters wird und wie er zusammen mit dem zufällig ebenfalls auftauchenden Dombaumeister Tom Builder Pläne für eine neue Kathedrale schmiedet. So weit, so gut. Doch natürlich gibt es noch viele Handlungsstränge. Da wird das Leben von Tom und seiner Familie ausführlich geschildert, ebenso wie das von Prior Philip. Hinzu kommt noch eine Grafenfamilie, die erst gar nichts mit der Geschichte zu tun hat, dann jedoch involviert wird, als der skrupellose, junge Lord William die Grafschaft an sich reißt und Angst und Schrecken verbreitet. Von der Abfuhr der Grafentochter Aliena hat er sich nie erholt, weshalb er ihr das Leben zur Hölle macht und mit allen Mitteln versucht, den Dombau zu verhindern, der ab der zweiten Hälfte des Buches von Alienas Lebensgefährten Jack (Tom Builders Stiefsohn) geführt wird. Dazu brennt er die Stadt nieder, schlachtet ganze Dörfer ab, vergewaltigt alles Weibliche – er terrorisiert einfach alles und jeden und hat in Bischof Waleran, der Philip abgrundtief hasst, einen mächtigen Verbündeten. Als wäre das nicht genug, gibt es noch einen Bürgerkrieg und immer wieder Streitereien um den Königsthron von England. Ein Ereignis jagt das nächste; denkt man, die Situation habe sich beruhigt und die Helden der Geschichte hätten ihre Ruhe, kommt auch sofort die nächste Katastrophe.
Liebe, Familienleben, Hass, Intrigen und eine ordentliche Portion Geschichte und Religion prägen diesen Roman. Es ist wirklich unmöglich, auch nur annähernd eine Zusammenfassung zu bieten, allein schon weil es Follett wirklich gelingt, die Spannung bis zur allerletzten Seite aufrecht zu erhalten, da sich die Siege der Helden und Bösewichte immer abwechseln. Am besten, man liest ihn selbst, es lohnt sich. Ein wirklich herausragender Roman allererster Klasse!