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Noah Gordon: Der Medicus

2. April, 2008

Wieder einmal ein historischer Roman, der im 11. Jahrhundert spielt. Das Buch ist ziemlich dick, aber sehr interessant und niemals langweilig.

Es geht um den Sohn eines Londoner Handwerkers, Robert Cole. Nach dem Tod seiner Eltern wird er von einem fahrenden Baderchirurgen als Lehrling aufgenommen und zieht durch England (hier auch der einzige größere Kritikpunkt: zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine einheitliche Sprache in England, weshalb es nur schwer vorstellbar ist, dass ein Mann überall herumkommt – und auch verstanden wird). Roberts Drang, Menschen richtig zu heilen und ihnen zu helfen, ist so groß, dass er sich nach dem Tod des Baders und dem Ende seiner Ausbildung entschließt, nach Isfahan in Persien zu reisen. Ab hier beginnt der “zweite Teil” des Buches, in dem Roberts Leben im Morgenland liebevoll detailliert geschildert wird. Er muss sich als Jude ausgeben, um an der Universität von Isfahan studieren zu können, und es gibt immer wieder eine Fülle von Gelegenheiten, wo die drei so verschiedenen Kulturen – mittelalterliches Christentum, internationales Judentum, glanzvolles Perserreich – aneinandergeraten.

Selbst wenn man sich nicht für Medizin oder das Mittelalter interessiert – ich habe z.B. mit Medizin absolut gar nichts am Hut – ist das ein toller Roman, der einem tiefe Einblicke in die damalige Welt und die verschiedenen Kulturen bietet, wo diese drei noch friedlich Seite an Seite existierten – davon könnten viele Menschen von heute noch etwas lernen. Wirklich lesenswert!

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